Tipps für einen guten Ruf im Internet

Hand hält kleines Schild mit der Aufschrift "About us"
Digitales Ich: Was weiß das Internet über uns? (Foto: Pixabay)

Wer seinen guten Ruf im Internet wahren will, der muss sein digitales Ich im Blick behalten. Unser Ruf im Netz eilt dem im realen Leben voraus. Alles, was wir öffentlich im Netz preisgeben, fällt auf uns zurück. Jedes Foto, jeder Kommentar, jeder Post von anderen über uns. Wie im analogen Leben sind wir dem nicht hilflos ausgeliefert, sondern können Informationen über uns lenken, berichtigen oder löschen. Im besten Fall kreieren wir unser eigenes „digitales Ich“ und offenbaren der Welt nur das, was sie über uns erfahren soll.

Myspace-Account ohne E-Mail und Passwort löschen

Wie geht’s deinem digitalen Ich?

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom haben drei von vier deutschen Internetnutzern schon einmal ihren Namen im Netz gesucht. Jeder Fünfte gibt einmal monatlich oder häufiger seinen eigenen Namen in eine Suchmaschine ein, um herauszufinden, wie es um seinen guten Ruf im Internet bestellt ist. Das sogenannte Ego-Googeln ist der erste Schritt, um herauszufinden, was das Netz über einen weiß. Google kramt alles wieder hervor: längst vergessene Fotos und Videos, Kommentare in sozialen Netzwerken, Blogs und Foren, öffentlich zugängliche Posts, alte Social Media Profile – alles, was Google zu unserem Namen finden kann. Wer die Suchergebnisse auf Vor- und Nachnamen einschränken will, setzt seinen Namen in Anführungsstriche. Dann siehst du ausschließlich Ergebnisse zu deinem vollen Namen. Um ein vollständiges Bild deines digitalen Ichs zu erhalten, vergesse nicht die Nutzernamen, mit denen du im Netz unterwegs bist oder warst, zu googeln.

Google Alerts: Guten Ruf im Internet überwachen

Wenn du einen Google-Account hast, kannst du mithilfe von Google Alerts einen Suchauftrag erstellen und dein digitales Ich überwachen. Du kannst bestimmte Suchbegriffe wie deinen Namen festlegen und erhälst eine E-Mail, wenn Google einen neuen Eintrag zu deinem Suchbegriff findet. Zudem bietet Google Alerts die Option festzulegen, wie häufig du über Googles Funde informiert werden willst und aus welcher Quelle die Suchergebnisse stammen sollen. Unerwünschte Suchergebnisse werden von Google nur in wenigen Fällen gelöscht, und zwar dann, wenn es um sensible persönliche Daten wie die Kontonummer geht. Um dein digitales Ich zu bereinigen, musst du dich aber in den meisten Fällen an denjenigen wenden, der die Informationen ins Netz gestellt hat.

Datenschutzfreundliche Alerts per E-Mail

Der deutsche Online-Dienst kuerzr ist die beste Alternative für diejenigen, die kein Google-Konto besitzen oder weniger Daten preis geben möchten. Wer einen Alert anlegen möchte, gibt lediglich Suchbegriff und E-Mail-Adresse ein. Verschiedene Filter bieten die Möglichkeit, die Suche genauer zu definieren. Wer möchte, kann sich ausschließlich Ergebnisse aus den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook anzeigen lassen.

Digitales Ich mit anderen Suchmaschinen prüfen

Alternativen zum Giganten Google gibt es einige, dennoch werden sie gerne vergessen. Zumeist liefern sie die gleichen Ergebnisse, aber in einer anderen Reihenfolge. Für einen guten Ruf im Internet ist vor allem entscheidend, was auf der ersten Seite steht, wenn ein Begriff in eine Suchmaschine eingegeben wird. Daher solltest du nicht vergessen auch BingYahoo und Co. zu prüfen.

Personensuchmaschinen zur Prüfung der Online-Reputation

Personensuchmaschinen wie Yasni zeigen dir alle öffentlich verfügbaren Informationen, die im Netz zu einem Namen auffindbar sind, übersichtlich auf einer Seite an. Bei Yasni kannst du dich kostenlos registrieren und die Suchergebnisse zu deinem Namen zu einem persönlichen Exposé anordnen. Unerwünschte Suchergebnisse lassen sich ausblenden und du distanzierst dich mit dieser Option von „Namensvettern“, die deinen guten Ruf im Internet beschädigen könnten.

Digitales Ich in ein positives Licht rücken

Social Tree
Es gibt viele Möglichkeiten den eigenen Ruf im Internet zu verbessern (Bild: Pixabay)

Vor allem für die berufliche Karriere sind positive Informationen über dich im Internet Gold wert. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom recherchiert rund jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) in sozialen Netzwerken. Mehr als jeder siebte Personalchef (15 Prozent) hat einem Bewerber aufgrund seines Profils schon einmal eine Absage erteilt.

Facebook und Co. prüfen

Bist du privat in sozialen Netzwerken aktiv, prüfe regelmäßig deine  Privatsphäreeinstellungen. Ein witzig gemeinter Spruch unter Freunden kann, versehentlich öffentlich gepostet, schnell falsch verstanden werden und deinen guten Ruf im Internet beschädigen. Achte darauf, dass Privates auch privat bleibt. Wenn du dich öffentlich zu einem Thema äußerst, solltest du dir vorher genau überlegen, ob du deine Meinung noch Jahre später im Netz wiederfinden willst. Dein digitales Ich vergisst nichts.

Berufliche Netzwerke für den guten Ruf im Internet nutzen

Hier hast du die Chance dich zu präsentieren und deine fachliche Kompetenz hervorzuheben. Bei Personalverantwortlichen stehen die beruflichen Netzwerke mehr im Fokus als die eher privat genutzten Social-Media-Profile. Engagiere dich regelmäßig in Gruppen zu deinen Fachthemen und zeige dein Know-how. Nutze die Gelegenheit dich mit einem gepflegten Profil hervorzuheben und dein digitales Ich in ein positives Licht zu rücken. Prüfe dein Profil regelmäßig auf veraltete Informationen. Mindestens einmal im Monat. Wie du dein Xing-Profil optimieren kannst, erfährst du in dem Artikel: „Xing-Profil optimieren: Tipps für Profilfoto und Co.“

Digitales Ich aufpolieren mit Expertenportalen

Hast du besonderes Fachwissen? Dann weise dich als Experte aus und beantrage die Aufnahme in einem Expertenportal wie brainGuide. Der Grundeintrag ist kostenlos. Um aufgenommen zu werden, musst du entsprechende fachliche Kompetenz nachweisen, zum Beispiel mit einer Veröffentlichung zu deinem Themengebiet.

Den guten Ruf im Internet mit einem eigenen Blog stärken

Eröffne kostenlos einen eigenen Blog und nutze ihn für das Selbstmarketing. WordPress.com oder blogger.com bieten jedem die Möglichkeit kostenlos einen eigenen Blog zu erstellen und Artikel zu veröffentlichen. Das solltest du auch regelmäßig machen, denn auch hier gilt die Regel der Aktualität. Eine Verlinkung zu deinem beruflichen Social-Media-Profil rundet die Sache ab.

Guten Ruf im Internet mit Sicherheitsmaßnahmen schützen

Straßenschild mit der Aufschrift "Safety First"
Wer sich vor Identitätsdiebstahl schützen will, sollte auf die Sicherheit achten (Bild: Pixabay)

Sichere Passwörter nutzen

Benutze ein Passwort pro Account und ändere deine Passwörter in regelmäßigen Abständen. Dein guter Ruf im Internet ist ruiniert, wenn ein Hacker in deinem Namen interagiert. Ein gutes Passwort muss Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten und mindestens acht Zeichen lang sein. Benutze keine bekannten Kombinationen wie deinen Geburtstag, den Namen deines Haustiers oder beliebte Passwort-Kombinationen wie 123456 oder qwertz. Um die vielen Passwörter zu organisieren und zu speichern, sind Passwort-Manager eine sichere Alternative. Diese generieren zudem auf Wunsch sichere Passwörter, die deine Online-Konten und deinen guten Ruf im Internet schützen.

Digitales Ich vor Hackern schützen

Achte darauf, ungenutzte Internetauftritte nicht sich selbst zu überlassen. Die Gefahr, dass ein Hacker deinen Account kapert und in deinem Namen agiert, besteht. Lösche Profile, die du nicht mehr bebötigst..

Aktuelle Antiviren-Software zum Schutz der Privatsphäre

Sichere deine Geräte wie Computer, Tablet oder Smartphone mit einer aktuellen Antiviren-Software, um sie vor Angriffen mit dem Ziel deine Daten auszuspähen zu schützen. Das Virenlabor AV-Test prüft in regelmäßigen Abständen bestehende Sicherheitslösungen für Windows, Mac und Android.

Guten Ruf im Internet mit verschlüsselter Übertragung schützen

Gebe deine persönlichen Daten im Internet nur ein, wenn es sein muss, und vergewissere dich, dass die Informationen verschlüsselt übertragen werden. Das erkennst du an dem https:// vor der eigentlichen Webadresse. Gute Antiviren-Programme haben häufig einen extra Browser mit an Bord, den du sowohl für das Online-Banking als auch für andere Seiten nutzen kannst, auf denen du sensible Informationen eingibst.