Bewerbungsmythen entlarvt: Richtig bewerben

Rotes Fragezeichen.
Bewerbungsmythen: Bewerber stehen oft vor schwierigen Fragen (Bild: Pixabay)

Es ranken sich zahlreiche Mythen um die perfekte Bewerbung. Jeder, der sich bewirbt, erliegt dem ein oder anderen Bewerbungsmythos. Wer den Traumjob in Reichweite sieht, will kein Risiko eingehen. Um die Orientierung zu behalten, sind Umfragen der verschiedenen Jobbörsen unter Recruitern ein guter Richtungsweiser. So behälst du den Durchblick im Bewerbungsdschungel und gehst Mythen um die Bewerbung nicht auf den Leim.

Die Online-Jobbörse StepStone hat in einer aktuellen Jobstudie über 1.000 Recruiter befragt und daraus sieben Bewerbungsmythen zusammengestellt.

Bewerbungsmythos 1

„Der wichtigste Bestandteil der Bewerbung ist das Anschreiben“

Im Anschreiben kannst du Persönlichkeit zeigen und Stärken hervorheben. Für Personaler ist der Lebenslauf wichtiger als das Anschreiben: Laut Umfrage halten 91 Prozent den Lebenslauf für wichtig. Das Anschreiben hat mit 63 Prozent einen geringeren Stellenwert.

Bewerbungsmythos 2

„Ohne persönliche Ansprache ist eine Bewerbung generell chancenlos“

Eine individuelle Ansprache solltest du, wenn möglich, bevorzugen. Wenn du keinen Ansprechpartner ermitteln kannst, sollte dich das nicht von einer Bewerbung abhalten. Nur 16 Prozent der Recruiter sagen laut Umfrage, dass diese unverzichtbar sei.

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Bewerbungsmythos 3

„Eine Bewerbung per Smartphone wirkt unprofessionell“

Erinnerst du dich an die Zeiten, in denen die Angabe einer Handynummer in der Bewerbung statt einer Festnetznummer als unprofessionell galt? Diese Zeiten sind längst vorbei, ebenso sind auch mobile Bewerbungen dank der Digitalisierung der Arbeitswelt salonfähig. Zeitsparend und effizient sind die Zauberwörter. Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer würden eine mobile Kurzbewerbung bevorzugen, wenn sie dadurch mehr Bewerbungen erhielten.

Bewerbungsmythos 4

„Es kommt nur auf den Inhalt an“

Ungepflegte Unterlagen wie veraltete Angaben, unsauber eingescannte Arbeitszeugnisse, Flüchtigkeitsfehler oder fehlende Formatierung können dafür sorgen, dass deine Bewerbung sofort im virtuellen Mülleimer verschwindet. Knapp jeder vierte Personalverantwortliche identifiziert unordentliche Unterlagen als einen häufigen Fehler von Jobanwärtern.

Bewerbungsmythos 5

„Mit möglichst vielen Bewerbungen sind die Chancen einen neuen Job zu finden am größten“

Wer einen neuen Job sucht, der hat häufig nicht viel Zeit, neben der aktuellen Arbeit zahlreiche individuelle Bewerbungen zu schreiben. Wer seinen Traumjob ergattern möchte, sollte sich dennoch die Mühe machen. Laut Umfrage sind Massenbewerbungen unter Recruitern sehr unbeliebt. Bewerbungen ohne individuelle Note stehen für sie auf Platz 1 der häufigsten Fehler beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen.

Bewerbungsmythos 6

„Möglichst viele Unterlagen mitschicken“

Wer sich bewirbt, schmeißt alles in die Waagschale, was er zu bieten hat. Übertreiben solltest du aber nicht. Nicht jede kleine Bescheinigung gehört in den Anhang. Zu große Dateianhänge werden von vielen Personalverantwortlichen nicht angenommen und deine Bewerbung landet im virtuellen Nirvana. Häufig wird ein Limit für die Größe des E-Mail-Anhangs genannt. Dieses solltest du beachten, denn laut Studie nehmen nur 29 Prozent der Befragten Dateianhänge in unbegrenzter Höhe an. 14 Prozent akzeptieren bis zu 10 Megabyte, 37 Prozent bis zu 5 und 15 Prozent nur 2 Megabyte.

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Bewerbungsmythos 7

„Personaler prüfen nur die Bewerbung und entscheiden sich direkt danach“

Das galt in Zeiten, als noch niemand im Netz wissentlich oder unwissentlich digitale Spuren hinterließ. Heute haben Recruiter dank sozialer und beruflicher Netzwerke viele Möglichkeiten mehr Informationen über den Bewerber einzuholen. 56 Prozent nutzen weitere Möglichkeiten, um sich ein besseres Bild vom potenziellen Mitarbeiter zu machen. 28 Prozent holen externe und in der Bewerbung angegebene Referenzen ein, 13 Prozent nutzen laut StepStone-Umfrage das Internet und 11 Prozent holen sich Feedback von gemeinsamen persönlichen Kontakten.