Jeder Zweite Opfer von Cyberkriminellen

Die Zeit, in der sich die Mehrheit im Netz sicher fühlte, ist lange vorbei. Ob Shopping oder Online-Banking, die Sorge, Opfer von Cyberkriminellen zu werden ist groß. Laut einer Umfrage sind die Befürchtungen berechtigt. Jeder zweite Internetnutzer wurde bereits im Internet attackiert.

Cyberspace
Gefährliches Netz: Datendiebstahl und Viren-Attacken sind Teil des digitalen Alltags vieler Internetnutzer (Bild: Pixabay)

Cyber-Kriminelle haben Mobilgeräte im Visier

Die repräsentative Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass Kriminelle im Netz ebenso aktiv sind, wie im analogen Leben. Für die Umfrage wurden mehr als 1.000 Internetnutzer befragt. Gut die Hälfte hatte in den letzten Monaten mit böswilligen Angriffen aus dem Cyberspace zu kämpfen. 45 Prozent der Betroffenen erlitten dadurch einen finanziellen Schaden.

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Laut Studie sind neben Computern zunehmend auch mobile Geräte betroffen. Jeder vierte Smartphone-Nutzer hatte in den letzten zwölf Monaten einen Sicherheitsvorfall mit seinem Gerät. Während viele ihr Smartphone im realen Leben vor neugierigen Blicken schützen, fällt der digitale Schutz schwerer. Laut Bitkom müsse das Sicherheitsniveau im Internet weiter erhöht werden. „Wir müssen die technische Sicherheit von Geräten und Online-Diensten ständig verbessern und gleichzeitig das Bewusstsein der Nutzer für das Thema IT-Sicherheit schärfen“, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Winfried Holz

Diebstahl der digitalen Identität großes Problem

Laut Bitkom-Studie sind Computerviren die am häufigsten zu verzeichnende Straftat con Cyberkriminellen. 41 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr PC in den vergangenen Monaten mit Viren infiziert wurde. Weit verbreitet ist auch die digitale Erpressung mit sogenannter Ransomware. Dabei wird der Computer von den Angreifern gesperrt. Der Betroffene kann seine Daten gegen Zahlung eines Lösegelds wieder freikaufen. Aber nicht in jedem Fall geben die Erpresser den PC wieder frei.

So überwachst und schützt du deine digitale Identität

Besonders interessant für Cyberkriminelle ist die digitale Identität eines Internetnutzers. Gut jeder fünfte Umfrage-Teilnehmer gab an, dass ihm seine Zugangsdaten zu einem Online-Dienst gestohlen wurden. 20 Prozent der Befragten wurden beim Online-Shopping, bei Aktionen oder beim Online-Banking Opfer von Cyberkriminellen. Unter 5 Prozent wurden in der letzten Zeit im Internet schwer beleidigt oder sexuell belästigt. Laut Bitkom summiere sich dies aber in absoluten Zahlen zu Zehntausenden Fällen.

Online-Sicherheit für viele ein Thema

Der beste Schutz gegen Cyberkriminalität ist ein aktuelles Antiviren-Program.. Laut Studie nutzen 80 Prozent eine solche Software. Das bedeutet aber auch, dass der Rest ungeschützt im Internet surft.  „Anti-Viren-Programme und Firewall sind der absolute Basisschutz für jeden Computer“, sagte Holz. Jeder dritte Internetnutzer verwendet einen Passwort-Safe, den viele Passwort-Manager wie KeePass an Bord haben. Auch Anonymisierungsdienste wie Tor und die Verschlüsselung von E-Mails setzen sich langsam durch. Rund 20 Prozent surfen anonym und versenden abhörsichere E-Mails. „NSA-Affäre, Hacker-Angriffe und Phishing-Wellen zeigen Wirkung: Die Verwendung spezieller Sicherheits-Technologien steigt an“, sagte Holz.  Allerdings scheint 11 Prozent der Nutzer das Risiko noch nicht bewusst zu sein. Sie wissen nicht, ob und wie sie online geschützt sind.