Soziale Netzwerke: Veränderte Beziehungen und peinliche Fotos

Die sozialen Netzwerke haben uns und die Art wie wir kommunizieren verändert. Eine aktuelle Studie von Kaspersky Labs geht der Frage nach, wie sich die Art des Kontakts mit Eltern, Freunden und Partnern verändert hat. Weitere Erkenntnis: Die Selfie-Generation zeigt sich in sozialen Netzwerken weniger enthemmt als gedacht.

Bunte Spielfiguren
Die Kommunikation in sozialen Netzwerken wird zum Ersatz für Gespräche im echten Leben (Bild: Pixabay)

Kommunikation über soziale Netzwerke: Mehr Raum für Missverständnisse

Laut der Studie, mit mehr als 16.500 Teilnehmern aus 18 Ländern, darunter Deutschland, beeinträchtigen die sozialen Netzwerke soziale Beziehungen nicht. Lediglich die Art der Kommunikation mit Eltern, Partnern und Freunden hat sich verändert. Während früher das persönliche Gespräch im realen Leben im Vordergrund stand, hat sich ein Teil der Kommunikation in die sozialen Netzwerke verlagert. So kommuniziert etwa ein Drittel der Kinder im richtigen Leben weniger mit den Eltern als früher. Umgekehrt sprechen ebenso viele Eltern weniger mit ihren Kindern als vor der Social-Media-Ära. In der globalisierten Welt werden die Entfernungen zwischen Familien, Partnern und Freunden immer größer. Die sozialen Netzwerke helfen dabei, das Gespräch dennoch „am Laufen“ zu halten. Facebook, Instagram und Messenger-Dienste wie WhatsApp lassen den anderen am Leben teilhaben. Fast alle Befragten sind der Meinung, dass sich ihre Beziehung zu Familie und Freunden aufgrund sozialer Netzwerke nicht verschlechtert hat.

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Studien legen nahe, dass digitale Kommunikation die Kommunikation im echten Leben ergänzt“, erklärt Dr. Astrid Carolus, Medienpsychologin an der Universität Würzburg. Aber wie so oft gibt es auch hier einen Haken. Der Austausch über soziale Netzwerke oder Messenger bietet mehr Raum für Missverständnisse und bleibt häufig oberflächlich. „Digitale Kommunikation läuft über weniger Sinne und reicht qualitativ nicht an wirkliche Kommunikation heran. Digitale Kommunikation vermittelt zwar große Nähe, blendet allerdings oft Negatives aus. Sie kann falsch oder überinterpretiert werde

Peinliche Fotos in sozialen Netzwerken

Im Selfie-Zeitalter sind peinliche Fotos an der Tagesordnung. Wer denkt, dass sich vor allem Eltern für ihre Kinder schämen, die betrunken halb nackte Fotos von sich verbreiten, der irrt. Wie die Studie von Kaspersky Labs zeigt, sind es vor allem die Eltern, die mit peinlichen Fotos den Familienfrieden stören. In jeder fünften Familie habend die Kinder schon einmal Fotos der Eltern entdeckt, die sie peinlich fanden. Das Klischee, der ungehemmten jungen Selfie-Generation, konnte die Studie nicht belegen. Mit 14,4 Prozent mussten sich deutlich weniger Jugendliche wegen unangebrachter Fotos in sozialen Medien vor ihren Eltern erklären. Mit rund 16 Prozent gibt es in Familien fast ebenso häufig Zoff zwischen Partnern wegen unpassender Bilder auf Social Media.