WhatsApp: Verbraucherschützer reichen Klage ein

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WhatsApp: Verbraucherschützer wehren sich gegen die Datensammelwut von WhatsApp (Bild: Pixabay)

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) klagt vor dem Landgericht Berlin gegen WhatsApp. Die Sammlung, Speicherung und Weitergabe von Nutzerdaten an Facebook sei laut vzbv widerrechtlich. 

Verbraucherschützer verklagen WhatsApp wegen Datensammlung

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat vor dem Landgericht Berlin Klage gegen WhatsApp eingereicht. Das gab der vzbv am 30. Januar 2017 bekannt. Aus Sicht der Verbraucherschützer sammle und speichere das Facebook-Unternehmen teilweise  widerrechtlich Daten und gebe sie an Facebook weiter. „Das hohe Datenschutzniveau in Deutschland und Europa muss für Verbraucher gesichert werden, denn darauf vertrauen sie“, erklärt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung müsse geschützt werden.

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Austausch von WhatsApp-Daten vorläufig ausgesetzt

Facebook sicherte bei der Übernahme 2014 zu, dass die WhatsApp-Daten nicht mit Facebook abgeglichen würden. Dennoch stiegen die Nutzerzahlen von Messenger-Alternativen wie Threema, Telegram oder Signal deutlich. Im August 2016 änderte WhatsApp seine Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen und kündigte an, zukünftig die Telefonnummern der Whatsapp-Nutzer an Facebook weiterzugeben und Nutzungsstatistiken zu erheben. Wer WhatsApp nutzen will, muss den Bedingungen zustimmen. Eine Widerspruchsmöglichkeit existiert nicht. Nur der Nutzung der Daten für Werbezwecke kann widersprochen werden.

Aufgrund heftiger Kritik von Datenschützern und einer Abmahnung durch den Verbraucherzentrale Bundesverband werden seit November 2016  die Daten europäischer Nutzer vorläufig nicht mit Facebook ausgetauscht. Sollte die Klage erfolgreich sein, könnte dies für in Europa lebende WhatsApp-Nutzer weiterhin gelten.