Von Smombie-Schildern und Pokémon-Jägern

Der Pokémon-Hype schwappt über das Land und kaum einer, der sich dem entziehen kann. Weltweit sind die Menschen auf der Jagd nach dem nächsten Level. Die schwedischen Künstler Jacob Sempler und Emil Tiismann scheinen schon vor Monaten eine Ahnung gehabt zu haben, was da auf uns zurollt.

Schilder warnen in Stockholm vor Smombies

Jeder kennt sie: Die Smombies. Unlängst zum Jugendwort des Jahres 2015 gekürt, beschreibt es Menschen, die gebannt auf ihr Smartphone starren und kaum etwas von ihrer Umwelt mitbekommen. Sempler und Tiismann haben diese Erfahrung selbst gemacht. So ergeht es vielen, seit Steve Jobs mit dem Mini-Computer für unterwegs unser Leben, wie versprochen, veränderte. Wir lieben unser Smartphone. So sehr, dass wir manchmal vergessen, dass der Weg durch die analoge Welt nicht ungefährlich ist. Inspiriert von ihren Erfahrungen entwarfen die Künstler neue Verkehrsschilder, die vor Smombies warnen. Das Verkehrszeichen zeigt eine Frau und einen Mann, die auf ihr Smartphone sehen. Die Smombie-Schilder wurden Ende 2015 im Rahmen der Kunstaktion in Stockholm aufgestellt. Sie sollen Smartphone-Nutzer zum Nachdenken anregen. Inwieweit das gelingt bleibt unklar. Tiismann sagte dem schwedischen Radio, dass viele Fußgänger die Schilder gar nicht bemerken würden. Sie würden stattdessen auf ihr Telefon schauen.

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Smombie-Schilder weltweit?

Dank Pokémon Go gibt es mittlerweile weltweit ähnliche Warnschilder. Autofahrer werden mithilfe digitaler Anzeigetafeln angewiesen, nicht während der Fahrt zu spielen. Zahlreiche Unfälle gehen bereits auf das Konto von abgelenkten Pokémon-Jägern. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom war bereits jeder fünfte Deutsche (21 Prozent) auf der Pokémon-Pirsch. Für die repräsentative Studie wurden 1.009 Deutsche ab 14 Jahren befragt. Darunter 213, die selbst Pokémon Go spielen. 7 von 10 Befragten halten das Spiel für gefährlich, weil es die Spieler von ihrer Umgebung ablenkt. Unter den Pokémon-Spielern selbst ist nur jeder fünfte (20 Prozent) der Ansicht, dass das Spiel eine Gefahr darstellt. Fast die Hälfte (47 Prozent) aller Befragten ärgert es, dass die Menschen unterwegs vermehrt auf ihr Smartphone schauen. Dass das Hantieren mit dem Handy während eines Treffens nicht beliebt ist, zeigten schon frühere Umfragen. In dem Fall helfen auch keine Warnschilder.


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