Leere Kinderzimmer

Unabhängigkeit wichtiger

Vater, Mutter, Tochter und Sohn.
Studie: Freiheit und Karriere statt Familie (Pixabay)

Die Geburtenrate in Deutschland ist niedrig. Mit einem Schnitt von 1,36 Kindern pro Frau liegt sie deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 1,57. Wieso haben die Deutschen keine Lust auf Familie?

„Zum einen haben viele Deutsche schlichtweg Angst“, sagt der Wissenschaftliche Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, Professor Dr. Ulrich Reinhardt. In einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Stiftung zeigt sich, warum in vielen deutschen Haushalten die Kinderzimmer leer bleiben. Es wurden 2000 Bundesbürger ab 14 Jahren zum Thema „Familie“ befragt.

Für 88 Prozent der Deutschen ist die Familie das Wichtigste im Leben. Die Argumente dagegen wiegen schwerer. Der Wunsch unabhängig zu bleiben (62 Prozent) ist einer der wichtigsten für die Entscheidung gegen eine Familiengründung. Dicht gefolgt von den finanziellen Kosten für ein Kind (61 Prozent). Laut Statistischem Bundesamt kostet ein Kind in Deutschland pro Monat im Schnitt 550 Euro. Viele sind nicht bereit den eigenen Lebensstandard entsprechend zu verändern. Andere haben Angst, der finanziellen Belastung nicht gewachsen zu sein. Besonders diejenigen, die weniger als 1.500 Euro Nettolohn pro Monat verdienen, gaben finanzielle Gründe als Hinderungsgrund an.

Karriere statt Kinder

Die Karriere ist für über die Hälfte (59 Prozent) der Deutschen wichtiger als eine eigene Familie. Fast ebenso viele (54 Prozent) finden, dass es schwierig ist, Karriere und Kind miteinander zu vereinbaren. Hinzu kommen private Ängste. „Sie haben Angst, den falschen Zeitpunkt oder den falschen Partner zu wählen, Angst vor einer Scheidung oder um die Zukunft der Kinder“, so Professor Dr. Ulrich Reinhardt. Zudem spiele der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. „Viele Bundesbürger setzen sich selber unter Druck, denn sie wollen im Beruf erfolgreich sein, in ihrer Freizeit etwas erleben, ihre sozialen Bindungen pflegen und sich auch noch in Ruhe erholen. Da bleibt für Nachwuchs wenig Zeit.“