Hauswächter werden statt Wohnung mieten

Thomas, Student der Tanzakademie, ist Hauswächter und lebt im ehemaligen Brüsseler Finanzministerium. Er teilt sich die vielen Quadratmeter mit neun anderen Bewohnern. „Das sind alte Büros und als erstes denkt man, dass sie sich nicht als Wohnmöglichkeit eignen“, wird er auf der Website der Firma Camelot zitiert. „Aber als Tänzer kann ich all diese Flächen perfekt nutzen.“

Hauswächter bewachen fremdes Eigentum

Bewachen durch Bewohnen ist das Konzept von Camelot. Ungenutzte Gebäude in Deutschland und Europa, die auf weitere Verwendung oder Abriss warten, werden zu Wohn- und Arbeitsräumen für Hauswächter. Das hilft nicht nur dem vom Mietwucher geplagten Großstädter, sondern allen die leer stehende Gebäude ihr Eigen nennen. Unbewohnte Gebäude sind oft Ziel von Einbrüchen und Vandalismus. Hauswächter bergen diesem Risiko vor, und erhalten im Gegenzug die Möglichkeit extravagant zu wohnen. Vom Kloster über Schulen bis hin zum ehemaligen Kino ist vieles möglich.

Hauswächter sind keine „normalen“ Mieter

Statt eines Mietvertrages schließen zukünftige Hauswächter mit dem Unternehmen einen sogenannten Gebrauchsüberlassungsvertrag ab, indem die Rechte und Pflichten des Hauswächters, des Eigentümers und der Firma Camelot geregelt sind. Dieser Vertrag ist nicht mit einem Mietvertrag gleichzusetzen. Du hast weniger Rechte als ein Mieter und musst dich an einige Regeln halten. Eine spontane Party ist unter anderem nicht möglich. Diese muss zuvor beantragt und genehmigt werden. Zudem ist es jederzeit möglich, dass du das Gebäude wieder räumen musst. Neben deinen Hauswächter-Pflichten zahlst du monatlich Verwaltungsgebühren an das Unternehmen. Diese betragen aktuell in Deutschland rund 175 Euro pro Monat. Das kann jedoch je nach bewohntem Gebäude variieren. Die Verwaltungsgebühren enthalten die Betriebs- Strom- und Heizkosten. Hauswächter müssen volljährig sein und das nötige Maß an Verantwortung mitbringen. Familien mit Kindern können sich nicht bewerben, da die Gebäude ausschließlich auf Zeit bewohnbar sind. Wer Haustiere hat oder starker Raucher ist, für den ist die Tätigkeit nur bedingt geeignet. Haustiere sind in der Regel nicht erlaubt. Rauchen darfst du als Hauswächter nur außerhalb der Wohn- und Arbeitsflächen.


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Hauswächter werden – Fazit

Das Hauswächter-Dasein eignet sich nicht für jeden. Du solltest keine Angst haben, wenn du des Nachts alleine durch lange Flure schleichst. Wer das Ungewöhnliche mag, für den könnte die Zeit als Hauswächter spannend werden. Und wer schon einmal in einer Großstadt wie Hamburg nach einer Wohnung gesucht hat, der weiß eine Alternative zum herkömmlichen Wohnungsmarkt zu schätzen. Besonders wenn der Studienbeginn naht oder der neue Job wartet. Wenn eine Bewerbung erfolgreich verläuft, kannst du meist innerhalb weniger Tage einziehen. Je nach zu bewachendem Gebäude lebst du wie Thomas mit mehreren Hauswächtern unter einem Dach. Die Größe verhindert, dass man sich über die Füße läuft, aber eine gewisse WG-Tauglichkeit sollte vorhanden sein.

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